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Baptisten ArtikelDie Baptistenkirchen sind eine Familie von Freikirchen in evangelikaler Tradition, deren besonderes Merkmal die Taufe auf Grund des Glaubens an Jesus Christus ist.
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Die Nennung Baptisten ist abgeleitet vom griechischen "baptizein", was "untertauchen" und in dem übertragenen Sinne "taufen" bedeutet. Wie bei vielen christlichen Glaubensgemeinschaften ist auch bei den Baptisten ein ehemaliger Spottname zur Konfessionsbezeichnung geworden. Offizielle Namen der Baptistenkirchen in anderen Nationen sind unter anderem:
Die Nennung "Baptisten" deutet auf die Tatsache hin, dass das Taufverständnis und die daraus folgende Taufpraxis ein wesentliches Kennzeichen dieser Freikirche ist.
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In rund 160 Ländern der Welt existieren Baptistengemeinden mit fast 45 Millionen Mitgliedern. Rechnet man die Kinder und die am Leben der Gemeinde teil nehmenden Freunde hinzu, muss die genannte Zahl mindestens verdoppelt werden. Die meisten nationalen Baptistenunionen gehören zu dem Weltbund der Baptisten (Baptist World Alliance / BWA). Die Zahl der Baptisten hat sich seit 1905 versiebenfacht. Die stärksten baptistischen Gruppen befinden sich in den Vereinigte Staaten Amerika, den Ländern der ehemaligen UdSSR sowie in Brasilien, Burma und in Indien. Der offizielle Name der deutschen Baptisten lautet seit 1942 Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG). Dieser Gemeindebund bildet mit rund 85 Tausend getauften Mitgliedern (ohne Kinder und Freunde) in 862 Gemeinden die größte Freikirche in Deutschland.
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Ein wesentliches Merkmal der Baptisten ist nach wie vor ihre Ablehnung der Kindertaufe, welche nach ihrem Verständnis nicht dem biblischen Gebot entspricht. Stattdessen lassen sich Baptisten in dem entscheidungsfähigen Alter taufen. Getauft werden nicht ca. Erwachsene, sondern auch Jugendliche. Daher lehnen die Baptisten den Begriff Erwachsenentaufe ab und sprechen lieber von Gläubigentaufe.
Ein einheitliches baptistisches Glaubensbekenntnis existiert nicht. Große Übereinstimmung herrscht jedoch bei folgenden Prinzipien:
- Für Lehre, Glauben und Leben ist die Bibel alleinige Richtschnur.
- Die Gemeinde Jesu ist eine Schöpfung des Wortes Gottes. Die Verkündigung weckt, stärkt und korrigiert den Glauben des einzelnen Menschen und verlangt nach dessen Antwort. Die Verkündigung des Evangeliums ist die Voraussetzung dafür, dass ein Mensch zu dem Glauben kommt. Wer zu dem Glauben an Jesus Christus gekommen ist, wird eingeladen, sich aufgrund seines persönlichen Bekenntnisses taufen zu lassen.
- Die örtliche Gemeinde der Glaubenden "verwaltet" das Wort und die von Jesus Christus eingesetzten Zeichen Taufe und Abendmahl. Sie delegiert diese Aufgabe an einzelne Gemeindemitglieder.
- Baptisten sehen in der Evangelisation die vordringlichste Aufgabe sowohl des einzelnen Gemeindemitglieds (Johann Gerhard Oncken: "Jeder Baptist ein Missionar!") als auch der Gemeinde und ihrer regionalen und nationalen Zusammenschlüsse.
- Baptisten treten global für Glaubens- und Gewissensfreiheit des Menschen ein. Staat und Kirche sind zu trennen. Keine Religion darf vom Staat bevorzugt behandelt werden (siehe dazu: Julius Köbner, Das Manifest des freien Urchristentums von 1848).
Die Theologie der Baptisten ist gewöhnlich evangelikal in calvinistischer Tradition, wobei es ziemliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden geben kann.
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Die Gestaltung der Gottesdienste unterliegt keiner bestimmten Liturgie, wird also von jeder Gemeinde individuell gehandhabt. Die Verkündigung des Wortes Gottes steht aber klar in dem Vordergrund. Meistens teilt sich der Gottesdienst in einen Einleitungsteil, der von Gemeindemitgliedern oder -gruppen gestaltet wird und einen Predigtteil. Die Predigt kann durchaus auch von Laien gehalten werden. Die Musik ist häufig modern. Viele Gemeinden sind charismatisch ausgerichtet. Ein wichtiges Element ist das offene Gebet der Gemeinde, bei dem jeder Gottesdienstbesucher die Möglichkeit hat laut mitzubeten. Vereinzelt wird dabei das Zungengebet praktiziert. Für Kinder wird parallel zu dem Gottesdienst die Sonntagsschule angeboten.
Die Taufe geschieht durch vollständiges Untertauchen. Für die Taufe gibt es in den meisten Baptistenkirchen ein Baptisterium (Taufbecken). Viele Baptistengemeinden taufen auch gerne in freien Gewässern. In dem allgemeinen kann man ca. durch eine Glaubenstaufe Mitglied einer Baptistengemeinde werden, sie muß jedoch nicht in einer Baptistengemeinde vollzogen worden sein.
Das Abendmahl betont die Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und mit Jesus Christus. Eingeladen sind alle, die sich mit Gott und Menschen durch Jesus Christus versöhnt wissen Es gilt die biblische Mahnung: "Deshalb prüfe sich ein jeder selbst und esse so von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch!" (1. Kor 11) Meistens werden Teller mit gebrochenem Brot sowie Kelche durch die Reihen gereicht. Häufig wird mit Rücksicht auf Suchtkranke Traubensaft statt Wein gereicht. Auch andere Abendmahlsformen werden praktiziert.
Baptisten kommt es nicht so sehr auf die äußere Form des Gottesdienstes an, als vielmehr auf die intensive Gemeinschaft mit den anderen Gemeindemitgliedern und Jesus. Darum ist in vielen Gemeinden das anschließende Kirchencafé oder sogar ein gemeinsames Mittagessen inzwischen obligatorisch.
Gäste sind abgesehen von den Gemeindeversammlungen, wo über alle wichtigen Fragen des Gemeindelebens entschieden wird, zu allen Veranstaltungen willkommen.
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Die Baptistenkirchen sind kongregationalistisch organisiert, d.h. die einzelnen Gemeinden sind weitgehend selbständig, jedoch in einen deutschen und internationalen Bund integriert. Die einzelnen Gemeinden finanzieren sich ausschließlich durch freiwillige Spenden. Der deutsche Bund unterhält neben diakonischen Einrichtungen auch ein theologisches Seminar in Wustermark-Elstal bei Berlin, im eigene Pastoren ausgebildet werden. Auch Absolventen eines evangelischen oder katholischen Theologiestudiums können (nach einem Aufbaustudium) als Pastoren in den Gemeinden tätig werden.
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Wie alle evangelischen Kirchen sind auch die Baptisten ein Produkt der Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts (Martin Luther, Johannes Calvin, Ulrich Zwingli, Thomas Müntzer u.a.). Auch sie sind in ihrer Geschichte vielen Einflüssen unterlegen, die sich nicht stets historisch fassen lassen. Die Hauptentwicklungslinie lässt sich unbestritten folgendermaßen darstellen:
1529 kam es in England unter Heinrich VIII. zur Abspaltung der katholischen Kirche von Rom und der Gründung der nationalen anglikanischen Kirche. Nach Heinrichs Tod machten sich auch hier die Auswirkungen der kontinentalen Reformation bemerkbar – unter anderem in der Entwicklung des calvinistisch geprägten "Puritanismus". Die englischen Könige waren jedoch stets darauf bedacht, die Einheit der anglikanischen Kirche zu erhalten. So gründeten Auswanderer 1609 in Amsterdam eine erste eigenständige taufgesinnte Gemeinde unter der Leitung von John Smyth .
Wie viele andere Anhänger reformatorisch geprägter Glaubensbewegungen zogen es schließlich auch die Puritaner vor,ins Gebiet der späteren Vereinigte Staaten Amerika auszuwandern. Dort (Rhode Island) wurde 1611 unter der Leitung von Roger Willams eine erste Gemeinde gegründet. Vor allem ab dem 18. Jahrhundert erlebten die dortigen Gemeinden des Nordens einen großen Aufschwung, u.a. wegen ihrer kompromisslosen Haltung gegen den Sklavenhandel. Die Baptisten des Südens sahen das allerdings ganz anders -- obwohl sowohl die Schwarzen als auch die Weißen ganz überwiegend Baptisten waren, waren die Kirchen bis in die 1960er-Jahre fast durchweg rassisch getrennt, teilweise sind sie es noch heute. In dem Süden der Vereinigte Staaten Amerika sind die Baptisten bis heute die dominante Konfession, und insgesamt sind sie nach den Katholiken die zweitgrößte Konfession der Vereinigte Staaten Amerika.
Im 19. Jahrhundert kehrte der Baptismus wieder nach Europa zurück. Der aus Varel stammende Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken hatte sich zunächst auf einer Englandreise in einer methodistischen Gemeinde bekehrt. Nach Deutschland zurückgekehrt, kam er in Kontakt mit einem amerikanischen baptistischen Theologen, der die Glaubentaufe an ihm vollzog. Oncken gründete am 23.04 1834 die erste Gemeinde in Hamburg, die zur Keimzelle vieler kontinentaleuropäischer Baptistenkirchen wurde.
Buch-Tipp: Gib nicht auf Wanja (5691 958). Die Geschichte des Iwan Moissejew. Um ausführliche Informationen zum Buch " Gib nicht auf Wanja (5691 958). Die Geschichte des Iwan Moissejew. " zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
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- 1837 Gottfried Wilhelm Lehmann in Berlin getauft
- 1849 Gründung des Bundes der vereinigten Gemeinden getaufter Christen
- 1880 Errichtung des ersten Predigerseminars in Hamburg
- 1887 erstes Bapt. Diakonissenmutterhaus in Berlin (1899 Hamburg)
- 1888 Bund der Baptistengemeinden / Predigerseminar Hamburg-Horn
- 1891 Erster Baptisten-Missionar nach Kamerun
- 1905 Gründung des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance)
- 1908 1. Europäischer Baptistenkongress in Berlin
- 1930 Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR)
- 1937 Gründung des BfC ; Beitritt der Offenen Brüder
- 1938 Anschluss der Elim-Gemeinden
- 1941 Zusammenschluss von BfC und Baptisten zu dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
- 1969 Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR
- 1977 Das neue Glaubensbekenntnis der Baptisten, die "Rechenschaft vom Glauben" erscheint
- 1997 Das Theologische Seminar zieht von Hamburg nach Elstal bei Berlin
Buch-Tipp: Kleines Kirchen-Handbuch Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch " Kleines Kirchen-Handbuch". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet. |
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